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Mittwoch, 07 September 2016 09:03

Mit uns durch Iran-184

Im Namen des Gottes! Seien Sie gegrü?t liebe H?rerfreunde. Sie h?ren uns mit einer neuen Folge aus dem Reisejournal ?Mit uns durch Iran“.

Unser Reiseziel ist nach wie vor Teheran; ihre Bedeutung als Hauptstadt und ihre strategische Lage sowie ?ihren Aufschwung und die Entwicklung der Industrie und ?anderer Wirtschaft- und Gesellschaftszweige haben wir bereits begutachtet. Insgesamt haben wir festgestellt, dass Teheran sowohl in der Dienstleistung als auch im Handel einen rasanten Aufschwung erlebte, so dass der Markt in Teheran zum gr??ten und aktivsten im Land aufstieg.

Der Basar genie?t seinen Ruhm, nicht nur durch seine wirtschaftliche und soziale Bedeutung, sondern ?auch durch die dort anzutreffende kulturelle Vielfalt und ?seine besondere Architektur. Somit sind wir schon bei unserem heutigen Reiseziel.

Viele Reisende und Abenteurer haben den Teheraner Basar besichtigt, jeder von ihnen hat einen Teil beschrieben und seine Sch?nheit und Anziehungskraft gepriesen.

Der franz?sische Reisende Ernest Orsel schrieb in seinem Reisebericht 1882: ?Der Basar in Teheran gleicht einer Stadt mit etwa 20-25.000 Einwohnern und geordneten Gassen, G?ngen, Kreuzungen, Gasth?usern und Moscheen. Die langl?ufigen und überdachten G?nge ziehen sich durch den ganzen Basar. In den Kuppeln sind Sch?chte eingebracht worden, durch die Licht und frische Luft ins Innere gelangen. Die H?ndler und jene, die dort arbeiten oder verkehren, sind vor der prallen Teheraner Sonne und Hitze gut geschützt. Der Basar ist nicht nur der gr??te Handelsplatz der Iraner, sondern ein guter Ort für Menschen, die umhergehen wollen, oder ?Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen, die dort ihre Angelegenheiten besprechen oder Nachrichten des Tages miteinander austauschen.“

Es scheint, Orsel beschreibt das Viertel, das sich Teheraner Basar nannte und in dem sich der eigentliche Basar befand.

1889 schrieb Lord Curzon: ?Der Teheraner Basar ist im Vergleich zu vielen orientalischen Basaren hübscher und im Vergleich zu den Basaren in Schiraz, Isfahan und T?bris weit wundervoller.“

Jede Stadt in Iran hat einen Basar, der ihr eigen ist. Das Innenleben der Basare besteht aus einem komplizierten Komplex von Geb?uden, die zu verschiedenen Zwecken verwendet werden. Um den Basar und gar die Stadt besser zu verstehen, sollte man sich mit der Funktion dieser Geb?ude n?her auseinandersetzen. Die Basare in Teheran wurden vom Kadscharen-K?nig Fathali Schah gebaut. Heute bilden sie eine Anlage, die aus Labyrinth-artigen Gassen und G?ngen und unendlichen Gesch?ften besteht. In anderen Stadtteilen wurden in den vergangenen Jahren andere Gesch?fts- und Handelszentren gebaut, der Basar aber ist trotz seines Alters ?das Hauptgesch?ftszentrum von Teheran und sogar Iran. Die Architektur entspricht der aller traditionellen Basare, die den klimatischen Bedingungen, der W?rme und Trockenheit trotzen müssen; so ist er überdacht mit kuppelartigen Formen; dabei wurde haupts?chlich der Ziegel als Baumaterial eingesetzt.

Am Basar-Eingang befindet sich die Imam-Khomeini-Moschee, eine der gr??ten Moscheen Teheran und sehr bekannt; sie wurde von Fathali Schah, dem Kadscharen-K?nig, gebaut. Sein Name ist in Nasta′liq-Schrift über dem gro?en Iwan Richtung Mekka festgehalten. Durch Restaurationen zeigt sich die Hauptkuppel als glatte Fassade. Sehr beachtlich sind die Gr??e der H?fe und Innenh?fe, der gro?en mit Kacheln bearbeitete Kuppel, die Torb?gen und Eing?nge; sie pr?sentieren die ausgezeichnete Kunst der Kachelarbeit bei den Kadscharen. ??

Durch die gro?e Fl?che und ihre Lage sowie ihre Position –denn hier werden religi?se Zeremonien und das Gemeinschaftsgebet der Basarleute veranstaltet- gilt die Moschee als Verbindungsglied zwischen verschiedenen Basarteilen. Man geht einfach durch die Moschee, um in die anderen Basarteile zu kommen.

Der Basar verfügt über einige Hauptstra?en bzw. Hauptg?nge, diese nennt man hier ?Rasteh“. Die kleineren Stra?en bzw. Gassen werden ?Dalan“ genannt. Die Einteilung richtet sich nach dem Produkt, das angeboten wird, so dass ein Hauptgang oder Rasteh nach dem Gesch?ftsbereich benannt wird, z. B. das Rasteh der Goldschmiede oder Juweliere, Stoffh?ndler oder Teppichh?ndler, Haushaltsger?te und Crystal-Gef??e, um einige berühmte zu nennen. Junge Paare, die ihr neues Heim einrichten wollen, machen dann samt Familie einen Einkaufsgang durch den Basar.

Im Teheraner Basar hat es zahlreiche Kleinbasare gegeben, von denen noch einige erhalten sind. Hier werden nicht nur Wirtschaftsgesch?fte abgewickelt, sondern sie sind auch anderweitig aktiv, was ihre Bedeutung im Gesamtkomplex untermauert. Dazu geh?rt z. B. der Kleinbasar Beyn-ul Harameyn. Da er sich zwischen der Imam-Khomeini-Moschee und der Freitagsmoschee befindet, nennt man ihn den Basar zwischen den heiligen St?dten also Beyn-ul Harameyn. Einige Zeit wurde er Dar-ul Olum – Haus der Wissenschaften - genannt, denn hier versammelten sich die Buchh?ndler des alten Teherans. Heute wird hier Papier und Schreibwaren angeboten. Da, wo sie im Basar zwei Hauptstra?en kreuzen, nennt man Tschahar Sou oder Tschahar Sough. Früher genoss sie sozial und sogar politisch einen besonderen Stellenwert. So unterscheidet sich die Architektur dieser Kreuzungen von anderen Teilen. Das Dach besteht aus einer Kuppel. Die W?nde sind mit Kacheln geschmückt.

Ein weiterer wichtiger Ort im Basar ist das Timtscheh; es besteht aus R?umen, die um einen überdachten Hof angereiht sind, in der Mitte liegt ein Bassin und ein Lichtschacht im Dach spendet Licht. Die Gesch?fte drum herum – sie nennen sich Hodschreh - sind in zwei oder drei Stockwerken angelegt. Ein Gesch?ftsmann bezieht für gew?hnlich ein Hodschreh. Eines der sch?nsten und berühmtesten Timtscheh im Basar ist das Hadjeb-ul Doleh-Timtscheh. Hier werden Crystal und Haushaltsger?te angeboten; Besucher gelangen über 20 Eing?nge in die zahlreichen G?nge und an das gro?e Bassin. Dort herrscht für gew?hnlich freudiger Hochbetrieb, denn die Mitgift der neuen Br?ute wird meistens hier zusammengekauft. Ein ?Sara“ besteht aus einigen Hodschreh. Sie verfügen meistens über Lagerr?ume. Das Mirza-Taqhi-Khan-Amir-Atabak-Sara bekannt als Atabakiyeh ist einer der bekanntesten Lagerr?ume.

Früher geh?rten zahlreiche Karawansereien zum Basar. ?Orsel schreibt dazu: ?Die meisten Karawansereien sind gestiftete Güter. Darin werden Ank?mmlinge kostenlos verpflegt. Die W?chter sind für gew?hnlich freundliche Menschen; sie nennt man Charwadar, sie genie?en gro?en Ruhm als die aufrichtigsten Perser.“

Die Hodschreh, Timtscheh, Sara und Karawansereien haben eine besondere Struktur geschaffen. Dazu müssen noch Geb?ude ?ffentlichen Dienst berücksichtigen: B?der, Schulen, Moscheen, Imamzadeh, Wasserspeicher und Spender, Kaffeeh?user, Restaurants usw. Sie bilden einen Gesamtkomplex, die verschiedene Aspekte des Lebens der Bürger ansprechen und decken.

Viele wichtige Teile dieses Komplexes sind heute erhalten geblieben, doch muss man zugeben, dass die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ihrer Zeit entsprachen. Heute hat sich die Lage ge?ndert, so hat sich auch der Basar trotz Beibehaltung seiner Einzelteile gründlich ge?ndert. Ein Gro?teil der Handelsgesch?fte sind heute in andere Stadtteile au?erhalb des Basars verlegt worden. In den Hauptstra?en der Stra?en trifft man auch M?rkte und Gro?kaufh?user und Gesch?fte, die viele Bedürfnisse der Bürger decken k?nnen.?

Weiteres über den Teheran Basar werden n?chste Woche miteinander besprechen. Auf Wiederh?ren bis zu der n?chsten Sendung! ?

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